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Michael Rische (* 1962 in Leverkusen) ist ein deutscher klassischer Pianist und Hochschullehrer an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Leben und Wirken Bearbeiten

Michael Rische wurde zwar in Leverkusen geboren, wuchs aber seit seinem ersten Lebensjahr in Düsseldorf auf, wo sein Vater die Leitung der Bibliothek der städtischen Kunstsammlungen im Ehrenhof innehatte. Er wurde auf Grund seiner musikalischen Begabung mit bereits 14 Jahren als Jungstudent an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf angenommen und erhielt dort seine pianistische Ausbildung zunächst bei Max Martin Stein, die er später bei Rudolf Buchbinder in Wien vertiefte. Darüber hinaus nahm Rische Unterricht in Komposition bei Jürg Baur und Milko Kelemen.

Als Konzertpianist erhielt er zahlreiche Einladungen zu Auftritten in großen Konzertsälen im In- und Ausland. So trat er bisher unter anderem mit der Staatskapelle Berlin, dem Orchestre National de Belgique, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem BBC Symphony Orchestra London auf und arbeitete beispielsweise mit den Dirigenten Sylvain Cambreling, Gerd Albrecht, Yuri Simonow, Michael Boder und Grant Llewellyn zusammen.

Darüber hinaus gelangte Rische mit seinen 17 bisher eingespielten CD-Aufnahmen zu einem internationalen Renommee. Anfangs führte er hierbei vor allem die Klavierwerke Beethovens auf und bevorzugte später, auch inspiriert durch seine persönliche Bekanntschaft mit Olivier Messiaen, aber die Werke französischer Komponisten, im Besonderen Claude Debussy und Maurice Ravel. Diese Einspielungen führten bei seinen französischen Rezensenten zu einem Vergleich mit dem dort hoch angesehenen Pianisten Walter Gieseking. Nachdem sich Rische mittlerweile auch verstärkt dem Jazz gewidmet hatte, bildete einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit die Beschäftigung mit weitgehend unbekannten Klavierkonzerten von Erwin Schulhoff und George Antheil, die bis dahin ungewohnte Jazz-Elemente in ihren Werken einfließen ließen.

Um den starren und vorgegebenen Ablauf der klassischen Konzerte aufzubrechen, beschäftigt sich Rische seit geraumer Zeit intensiv mit den Solokadenzen der großen Klavierkonzerte. Auch wenn für nahezu alle Werke bereits gute Kadenzen existieren, ist es Rischs Ziel, verstärkt auf die Ursprünge der improvisierten Kadenzen zurückgreifen. So spielte er beispielsweise zu Mozarts Klavierkonzert in d-moll, KV 466 zu den bekannten Kadenzen eigene Improvisationen ein[1]. Gleiches plant er im Jahre 2012 mit Beethovens drittem Klavierkonzert in c-moll, op. 37 weiterzuführen, dem er sechs Kadenzen beifügen will.

Aktuell beschäftigt sich Rische mit der Klaviermusik Carl Philipp Emanuel Bachs, von dessen annähernd 53 Klavierkonzerten rund zwei Drittel noch relativ unbekannt sind. Drei dieser Werke stellt er in der neuesten CD-Aufnahme mit dem Leipziger Kammerorchester unter der Leitung von Morten Schuldt-Jensen vor[2].

Mit erst 28 Jahren berief ihn im Jahre 1990 die Aachener Abteilung der Musikhochschule Köln zu ihrem Dozenten und übertrug ihm eine Hauptfachklasse Klavier. Bis auf die Betreuung einiger Einzelschüler gab Rische seine Klasse in Aachen mittlerweile auf und baute stattdessen in der Kölner Zentrale ein neues Fachseminar auf, welches sich mit den organisatorischen Randgebieten eines Berufsmusikers beschäftigt. In diesem stark frequentierten Seminar unterrichtet er angehende Musiker aller Sparten in Sachen Repertoireplanung, Kommunikation, Medien und Marketing[3]

Werke (Auswahl) Bearbeiten

  • Saxophon und Klavier, Detlef Bensmann und Michael Rische, Koch-Classics, 1990
  • Dietrich Erdmann: Musik für Saxophon, CD, Detlef Bensmann und Michael Rische, Koch-Classics, 1996
  • With a touch of Jazz, Koch-Classics, 1996
  • Debussy: Images I & II, Images oubliées, etc. Michael Rische CD, Koch-Classics, 1999
  • Variations On B-A-C-H (Klavierwerke vom Barock bis zur Moderne), EMI-Classics,1999
  • Antheil, Copland, Honegger, Ravel - Bamberger Symphoniker, Christoph Poppen, WDR Sinfonieorchester Köln, Steven Sloane, Israel Yinon - Piano Concertos of the 1920s, Vol I., Arte Nova Classics, 2002
  • Schulhoff, Antheil, Gershwin - Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Wayne Marshall, WDR Sinfonieorchester Köln, Gunther Schuller - Piano Concertos of the 1920s, Vol I., Arte Nova Classics, 2003
  • Gershwin/Antheil – Jazzklavierkonzerte, Arte Nova Classics, 2009
  • W. A. Mozart: Klavierkonzert d-Moll KV 466 mit Kadenzen von Beethoven, Brahms, Busoni, Hummel, F. X. Mozart, Rische und Cl. Schumann. - Michael Rische, Klavier, WDR Sinfonieorchester Köln, Dir.: Howard Griffiths. Hänssler, 2011
  • Carl Philipp Emanuel Bach: Klavierkonzerte Wq 23,Wq 112/1,Wq 31, Michael Rische, Morten Schult-Jensen und das Leipziger Kammerorchester, Studio MDR. Leipzig, Hänssler, 2011

Literatur und Quellen Bearbeiten

  • Niederschrift des Interviews von Pedro Obiera mit Michael Rische in der Wochenendbeilage der Aachener Nachrichten vom 3. Dezember 2011

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Kadenzen zu Mozart
  2. Neueinspielung der Werke Carl Philipp Emanuels Bachs
  3. Seminarplan Michael Rische

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